GGG: Klein Zaches, genannt Zinnober – Uchronie – Ugears

GGG steht für „Gesehen, Gelesen, Gehört“ und soll euch einen kleinen Einblick gewähren, wo sich unsere Autoren privat  so rumtreiben. Immer Montags wird hier von den „G“s berichtet, wobei diese auch gegen „Gefunden, Gespielt, Genäht“ oder ähnliches ausgetauscht werden können. Die hier wiedergegeben Meinungen spiegeln ausschließlich die der Autoren wieder und entsprechen nicht zwangsläufig denen der Redaktion.

Diese Woche: Fräulein Claras Gesehen – Gelesen – Gekauft


GESEHEN: Klein Zaches, genannt Zinnober – Steampunk Oper von und mit Coppelius

FOTOS: PEDRO MALINOWSKI

Seit Samstag ist die „welterste Steampunk-Oper“ zurück im Musiktheater im Revier und ich bin immer noch begeistert. Schon von der ersten Spielzeit hatte ich hier im Clockworker berichtet und auch dieses Mal zog es mich zurück in die Oper nach Gelsenkirchen.
Einige kleinere Änderungen an der Oper gab es, so ist beispielsweise der „We will Rock you“-Teil rausgestrichen worden (Gott sei Dank würde ich sagen, denn der war meiner Meinung nach eh nur dafür da, das auch der letzte Besucher mitbekommt, dass es eine Rockoper ist… als wenn das bei der Lautstärke nicht schon offensichtlich genug wäre), auch gab es einige erzählerische Anpassungen, sodass man der Geschichte selbst nun besser folgen kann.

In der Sonntagnachmittags Vorstellung waren leider noch viele Plätze frei, daher meine ausdrückliche Empfehlung: Wer noch nicht da war, sollte das unbedingt nachholen! Möglich noch am 30. September, 01. und 31. Dezember. Wer schonmal da war: Ihr wisst, dass es sich lohnt!

Tickets gibt es ab 14,32€, 50% Rabatt für Schüler und Studenten.


GELESEN: Johannes Dillinger: Uchronie. Ungeschehene Geschichte von der Antike bis zum Steampunk

Apropos Studieren: Dank einer Empfehlung von Doc Rooster habe ich das Buch von Johannes Dillinger gelesen (dankenswerter Weise direkt als Anschaffungsvorschlag in meiner Unibibliothek akzeptiert und bestellt worden). Der Autor untersucht hier das Auftauchen von „Uchronien“, also Spekulationen über alternative Geschichtsverläufe, die es so nie gegeben hat und deren Nutzen für die Geschichtswissenschaft. Neben frühen Erzählungen aus der Antike, widmet er mehrere Kapitel und Unterkapitel dem Thema Steampunk, dem die Spekulation über das „Was wäre wenn…“ ja grundlegend zu Eigen ist.

Besonders interessant finde ich neben der wissenschaftlichen Außensicht auf unsere Szene hier besonders die Tatsache, dass Steampunk, im Gegensatz zu anderen Uchronien, sich nicht zwangsläufig auf einen bestimmten Diversitätspunkt festlegt und sich auch nicht an der Idee der „großen Männer“, die Geschichte machen festhält.

Definitiv eine Leseempfehlung für alle, die sich ein bisschen wissenschaftlich mit dem Genre beschäftigen möchten. (Dass der Clockworker im Literaturverzeichnis unter Webpages mit aufgeführt wird, hat mich natürlich besonders gefreut.)

Verlag Ferdinand Schöningh GmbH; ISBN 978-3506775726


GEKAUFTt: Ugears Mechanical Models

Foto: https://ugearsmodels.com

Die Modelle des ukrainischen Start-ups Ugears geistern immer mal wieder durch die Steampunkszene und auch verschiedene Crowdfunding-Projekte sorgten für Aufmerksamkeit. Bislang hatte ich es nicht geschafft mich näher mit den Holzmodellen zu beschäftigen, umso mehr habe ich mich gefreut, das auf der Zeitreise Hagen ändern zu können.

Die Modelle sind Lasergeschnitten aus Sperrholz und müssen vom Käufer selbst zusammengebaut werden. Dabei ist das Besondere, dass es eben nicht nur Dinge sind, die hübsch aussehen, sondern jedes Modell ist mit einer Zahnrad-betriebenen Mechanik versehen, sodass es verschiedene Bewegungen und Funktionen ausführen kann.

Allein die sichtbare Mechanik und das Design der Modelle hat etwas sehr steampunkiges. Dank der Anleitung und den vorgschnittenen Teilen kann selbst jemand Bastelunbegabtes wie ich, sich wie ein echter Maker fühlen. Ich habe mich für den Date Navigator, einen Kalender von 2017 – 2044, und den Timer, der 20min läuft, entschieden.

Der Verkäufer gab noch den Tipp mit auf den Weg, die einzelnen Teile nach dem Herauslösen aus den vorgeschnittenen Platten zu schleifen und die Zahnräder ggf. mit etwas Kerzenwachs zu schmieren. Die nächste Bastelei für ruhige Herbststunden ist gesichert und ich werde sicherlich von meinen Erfahrungen berichten.