GGG: The Frankenstein Chronicles – Wie man bei Windstärke 10 stilvoll eine Tasse Tee serviert – Lore

GGG steht für „Gesehen, Gelesen, Gehört“ und soll euch einen kleinen Einblick gewähren, wo sich unsere Autoren privat  so rumtreiben. Immer Montags wird hier von den „G“s berichtet, wobei diese auch gegen „Gefunden, Gespielt, Genäht“ oder ähnliches ausgetauscht werden können. Die hier wiedergegeben Meinungen spiegeln ausschließlich die der Autoren wieder und entsprechen nicht zwangsläufig denen der Redaktion.
Diese Woche: Adelgunde Klabundes Gesehen – Gelesen – Gehört

Gesehen:  The Frankenstein Chronicles

The Frankenstein Chronicles DVD Cover
Copyright WVG Medien GmbH

Sean Bean unter Toten. Nichts neues, aber in der ersten Staffel dieser Serie überlebt er zumindest … eine Weile…. Oder…. ?
Als Inspector John Marlott bei Scotland Yard in den zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts ist er mit einer Serie von Verbrechen konfrontiert, deren schreckliche Überbleibsel seine Vorstellung davon sprengen, wozu Menschen in der Lage sind.
Am Ufer der Themse wird die Leiche eines Mädchens angespült, bei näherem Hinsehen wird aber klar: jemand hat sich an dem Leichnam zu schaffen gemacht. Ist es nur das kranke Hirn eines perversen Mörders, oder steckt eine unglaubliche wissenschaftliche Idee dahinter?
Marlott und sein Assistent Nightingale (Richie Campbell) werden immer tiefer in eine Welt aus Verbrechen und monströser Forschung hineingezogen und müssen sich dabei mit ihrer eigenen Vorstellung von Moral und Ethik auseinandersetzen.

Eine gruselige, spannende und fantastische Geschichte, die geschickt historische Figuren wie Mary Shelley und William Blake mit in die Erzählung verwebt.
Düster gefilmt.. wie es sich gehört.

Die Serie bei IMDB


Gelesen:  Wie man bei Windstärke 10 stilvoll eine Tasse Tee trinkt: Das geheime Wissen der Abenteurer und Entdecker; Mick Conefrey

Wie man bei Windstärke 10 stilvoll eine Tasse Tee serviert Buchcover
Copyright Piper Verlag

Eins meiner Lieblingsbücher, welches ich immer wieder gerne zur Hand nehme.
Conefrey untersucht in seinem Buch einigermaßen methodisch wie man zum erfolgreichen Entdecker wird – aber vor allem warum Expeditionen scheitern. Über Jahrhunderte hinweg haben sich Menschen mit unterschiedlichen Motiven aufgemacht, um die Welt zu erkunden – und immer wieder sind sie dabei grandios auf die Nase gefallen, leider häufig mit tragischen Konsequenzen.

Dabei kann man bei vielen der beschriebenen Unternehmungen schon von Anfang and sehen, dass es Probleme geben wird – sei es wenn man völlig unerfahrene und psychologisch instabile Teilnehmer anheuert, die örtlichen Klimabedingungen völlig unterschätzt oder der Meinung ist, ohne eine 80-Bändige Reisebibliothek und ein Teeservice aus Meißener Porzellan für 12 Personen wäre eine Forschungsreise in den Südamerikanischen Dschungel völlig undenkbar.
Nach der Lektüre dieses informativen und unterhaltsamen Bandes ist man auf jeden Fall besser vorbereitet als es Scott und Amundsen jemals waren und kann seine nächste Expedition – die der Menschheit endlich die noch fehlende Erkenntnis bringen wird – bequem bei einer Tasse Tee aus dem heimischen Ohrensessel heraus planen.

Die Website des Autors Mick Conefrey


Gehört:  Aaron Mahnke – Lore

Aaron Mahnke, Autor von Thrillern mit übernatürlichem Einschlag, hat eine so scheint es sehr tiefgreifende Faszination mit dem Schrecklichen und Unheimlichen, vor allem wie es sich in der menschlichen Psyche manifestiert – und von dort vielleicht sogar in unsere reale Welt wechselt.

Lore Podcast Logo
Copyright Aaron Mahnke

Sein mehrfach ausgezeichneter Podcast, der inzwischen sogar zu einer Mini-Serie bei Amazon Video geworden ist, beschäftigt sich mit Legenden und Anekdoten aus der Geschichte der Menschheit, in denen sich düstere Wesen und schreckliche Monster in den Alltag der Ahnungslosen drängen.
Die Geschichten werden ohne Wertung erzählt, wobei der etwas monotone Sprechstil des Erzählers die Dramatik tatsächlich fördert. Mahnke liefert auch immer eine mehr wissenschaftliche und dem gesunden Menschenverstand eher entsprechende Erklärung mit, lässt aber am Ende grundsätzlich offen ob der Ursprung der Legende nicht doch in etwas begründet liegt, was wir uns eigentlich nur in unseren Alpträumen vorstellen können.

Englisch. Überall wo es Podcasts gibt.
Aaron Mahnkes Website