GGG – The Alienist – Frost and Payne: Die Schlüsselmacherin – The Dolls of New Albion: A Steampunk Opera

GGG steht für „Gesehen, Gelesen, Gehört“ und soll euch einen kleinen Einblick gewähren, wo sich unsere Autoren privat  so rumtreiben. Immer Montags wird hier von den „G“s berichtet, wobei diese auch gegen „Gefunden, Gespielt, Genäht“ oder ähnliches ausgetauscht werden können. Die hier wiedergegeben Meinungen spiegeln ausschließlich die der Autoren wieder und entsprechen nicht zwangsläufig denen der Redaktion.

Diese Woche: Amalia Zeichnerins Gesehen – Gelesen – Gehört


Gesehen: TV-Serie „The Alienist – Die Einkreisung“
„Im 19. Jahrhundert dachte man, dass jene, die geisteskrank waren, sich von ihren wahren Seelen entfremdet hätten. Die Fachkundigen, die sie untersuchten, wurden daher damals Seelenärzte genannt.“ So wird jede Folge der Serie „The alienist – die Einkreisung“ eingeleitet.

Ein spannender Krimi in den 1890ern in New York, basierend auf dem gleichnamigen Roman von Caleb Carr: Der Seelenarzt Kreizler (gespielt von Daniel Brühl) versucht – ähnlich wie heutige Profiler – sich in das aus seiner Sicht krankhafte Gemüt jenes Täters hineinzuversetzen, der reihenweise junge Männer ermordet. Unterstützung erhält er von dem Illustrator Moore (Luke Evans) und Sarah Howard, der ersten Frau, die bei der New Yorker Polizei arbeitet (Dakota Fanning). Die Handlung zieht sich über 10 Folgen hin und wird mit jeder Episode spannender, denn der Mörder liefert sich mit denen, die ihm auf der Spur sind, ein verzwicktes Katz- und Maus-Spiel. Kreizlers ungewöhnliche Methoden stoßen auf Widerstand und auch die Beziehungen der drei Hauptcharaktere werden durch die Ermittlungen mehr als einmal strapaziert.
Die Serie besticht in meinen Augen durch das exzellente Spiel der DarstellerInnen, die historische Ausstattung und die dichte, düstere Atmosphäre.

Mehr über die Serie in der International Movie Database.


© Greenlight Press

Gelesen: „Frost & Payne: Die Schlüsselmacherin“ von Luzia Pfyl
Dies ist der Auftakt zu einer zwölfteiligen Steampunk-Buchserie, die in den 1880ern in London angesiedelt ist und dem Vorbild klassischer Detektiv- und Krimigeschichten folgt, wenn auch in „Steampunkgewandung“. Denn in diesem London gibt es jede Menge steampunkige Erfindungen; unter anderem sorgt der in den 1830ern entdeckte Aether als Energiequelle zum Beispiel für Beleuchtung.

Lydia Frost ist bei Chinesen aufgewachsen, die in kriminelle Geschäfte verwickelt sind.
Mittlerweile möchte sie von diesen Geschäften nichts mehr wissen und gründet stattdessen eine Detektei. Einer ihrer ersten Aufträge ist, einen verschwundenen Pinkerton-Detektiv wiederzufinden und ein kostbares Buch aufzutreiben, an dem noch andere Leute interessiert sind, was bald für allerhand Gefahren sorgt. Außerdem hat Miss Frost ein steampunkiges Geheimnis, das ich an dieser Stelle nicht verraten möchte.
Das Buch bietet mit seinen 120 Seiten ein kurzweiliges Lesevergnügen, denn es ist anschaulich und atmosphärisch geschrieben. Auch die Charaktere werden lebendig geschildert, so dass man als Leser sehr gut mit ihnen mitfiebern kann. Wer gern in ein steampunkiges London abtauchen möchte, dem kann ich dieses Buch sehr empfehlen.

 

Die einzelnen Bänden dieser Serie bauen aufeinander auf und sind als E-Books erschienen, bzw. in Sammelbänden auch als Taschenbücher.
Mehr über die Reihe gibt es auf der Seite der Autorin:
https://www.luziapfyl.ch/frost-payne-die-serie/


© Paul Shapera

Gehört: „The Dolls of New Albion: A Steampunk Opera“ von Paul Shapera
In 25 Tracks erzählt dieses Konzept-Album eine bisweilen düstere Geschichte über die steampunkige Welt New Albion. Die Songs werden durch passende, steampunkig angehauchte Sounds ergänzt, darunter Dampfventile und verschiedene Maschinengeräusche. Klassischen Operngesang wird man hier vergeblich suchen, der Gesang von Kayleigh McKnight, Jason Broderick und Lauren Osborn ist jedoch angenehm zu hören. Einige der Stücke sind sehr mitreißend, wie z.B. „Annabel’s lament“. Ingesamt klingt das Album, wenn man die Arrangements, den Gesang, Melodien und verwendeten Instrumente betrachtet, nach einem Musical. Kostenlos probehören kann man hier:
https://mochalab.bandcamp.com/album/the-dolls-of-new-albion-a-steampunk-opera