Rezension: Die äußerst seltsame Reise des Montgomery Flagstone

Um es gleich vorweg zu nehmen: Dieser Roman von Ralph G. Kretschmann zählt mit zu den besten deutschsprachigen Steampunk-Romanen der letzten Jahre.

copyright: Fantasy Verlag
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Die spannende Geschichte ist angesiedelt in einem London der Zukunft (ca. 24. Jahrhundert), in der die Bevölkerung die Dampfkraft als vorherrschende Energiequelle nutzt. Grabungsfunde der Archäologischen Gesellschaft, einer beinahe allmächtigen Institution, geben Auskunft über vergangene Zeiten. Dieses zukünftige London ist so ganz anders als das heutige und wird auch anschaulich beschrieben.

Der Wissenschaftler Montgomery Flagstone wird mit seinem Freund Vincent Kant zu einer Ausgrabung nach Südamerika geschickt, bei der Dinge zutage entdeckt wurden, die sich die Archäologen nicht erklären können. Sind es am Ende gar außerirdische Artefakte? Währenddessen plant ein skrupelloser Verbrecher in London seinen Aufstieg und geht dabei auch über Leichen.

Auf rund 670 Seiten fächert sich die Handlung auf in verschiedene Schauplätze, vor allem Südamerika und London. Schließlich bereist ein Teil der Helden sogar den Weltraum. Mutanten, eine künstliche Intelligenz, Mensch-Maschinen-Wesen, steampunkige Prothesen und erstaunliche Waffen sind hier ebenso zu finden wie ein Protagonist mit einem quälenden Geheimnis, so manche Intrige und zwei Liebesgeschichten, die angesichts von rasanter Action und Abenteuer dezent im Hintergrund bleiben.
Der Schreibstil des Autors ist angenehm flüssig zu lesen, ohne weitschweifende Beschreibungen, aber mit genug Hintergrundinformationen, dass man die Steampunk- und Science-Fiction-Elemente gut nachvollziehen kann. Als Perspektive ist hier die des allwissenden Erzählers gewählt, der uns einen guten Einblick gibt in die Gedankengänge und Motivationen aller wichtigen Charaktere.
Trotz der Länge des Buches wird es übrigens an keiner Stelle langweilig, der Autor bringt die Handlung immer gekonnt auf den Punkt. Die Kombination aus Science-Fiction, Abenteuer und Steampunk ist ihm auf jeden Fall gelungen.

Da die Website des Autors zur Zeit überarbeitet wird, hier ein anderer Link zum Buch.