Serientipps für Steampunks – heute: Mister Selfridge

Harry G. Selfridge, ca. 1910 (public domain, unbekannter Photograph)
Harry G. Selfridge, ca. 1910 (public domain, unbekannter Photograph)

Die britische Serie „Mister Selfridge“ dreht sich um das berühmte und glamouröse Londoner Kaufhaus „Selfridge’s“, welches der amerikanische Unternehmer Harry Gordon Selfridge im Jahr 1909 eröffnete.

Seit 2013 wurden bisher 30 Episoden (in 3 Staffeln) ausgestrahlt.

Im Mittelpunkt steht zum einen natürlich Harry Selfridge (Jeremy Piven), der zu großen, theatralischen Gesten neigt, während es unter der glänzenden Oberfläche oft ganz anders aussieht. Selfridge begeistert sich schnell für „the next big thing“, z.B. bekannte Persönlichkeiten, lässt diese aber gern schnell wieder fallen, wenn ihm etwas Interessanteres ins Auge springt, was sein Geschäft voranbringen könnte. Seine Frau Rose (Frances O’Connor) leidet unter seinen wechselnden Affären, liebt ihn aber trotz allem. Ihre Ehe gleicht zumindest in dieser Inszenierung einer Achterbahnfahrt.

Ein weiterer wichtiger Charakter dieser Serie ist die junge, kluge Verkäuferin Agnes Towler (Aisling Loftus), deren alkoholabhängiger Vater sie und ihren Bruder tyrannisiert. Obwohl er sie sogar an ihrem Arbeitsplatz bloß stellt, gelingt es Agnes, mit ihren Ideen und ihrer warmherzigen Art Karriere bei Selfridges zu machen.

Und natürlich darf auch so manche Intrige und Liebelei unter den Verkäuferinnen, Verkäufern und anderen Angestellten des Kaufhauses nicht fehlen.

Die Serie wirkt in der ersten Staffel noch ein wenig wie eine historische, etwas anspruchsvollere Seifenoper, mit relativ wenig Tiefgang, dafür aber einem hohen Unterhaltungswert. Die opulente Ausstattung, sei es im Kaufhaus, oder in den diversen anderen Häusern, sowie die Kostüme der edwardianischen Epoche sind in jedem Fall sehenswert und oftmals geradezu dekadent schön. Die Damen der High Society tragen gern gewaltige Hüte, aber auch teilweise skandalös kurze Röcke, bei denen die Knöchel (!) zu sehen sind. Hier wird der Übergang zu der freizügigeren Mode der 1920er Jahren bereits angedeutet.
In der Serie tauchen mehrere historische Persönlichkeiten auf, darunter die Tänzerin Anna Pavlova, Sir Arthur Conan Doyle, der Polar-Forscher Ernest Shackleton und sogar König Edward VII.

Die zweite Staffel spielt im Jahr 1914. Hier werden angesichts des Ersten Weltkriegs die Töne deutlich ernster und tiefgründiger, auch wenn es noch immer heitere Momente gibt. Die dritte Staffel spielt dann ab 1918, also nach Kriegsende.

Vom Grundkonzept ähnelt „Mister Selfridge“ übrigens der von der BBC produzierten britischen Serie „The Paradise“ (mit ingesamt 16 Episoden), in der es auch um ein Kaufhaus geht. Allerdings beginnt „The Paradise“ bereits im Jahr 1875, also noch in der viktorianischen Ära.

„Mister Selfridge“ in der Internationalen Movie Database:
http://www.imdb.com/title/tt2310212/?ref_=nv_sr_1

 

Englischer Trailer zur ersten Staffel:

[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=sLborDbtx3M[/youtube]