Serientipps für Steampunks – heute: „Ripper Street“

Copyright: Tiger Aspect Productions, Lookout Point, BBC
copyright: Copyright Tiger Aspect Productions, Lookout Point, BBC

„Ripper Street“ ist eine amerikanisch-britische Krimi-Serie, die 2012 startete. Die ersten beiden Staffeln spielen in den Jahren 1889 und 1890 im Londoner East End, die dritte Staffel dann 4 Jahre später. Bisher wurden 24 Episoden ausgestrahlt (jeweils ca. 60 Minuten).

Alles beginnt mit einem Mordfall an einer Prostituierten, welcher die ermittelnden Beamten sofort an die Morde
Jack the Rippers erinnert. Der letzte von fünf dem Ripper zugeschriebenen Morden wurde im November 1888 an Mary Jane Kelly begangen, und die Handlung der Serie setzt ein halbes Jahr später ein. (Die Ripper-Morde wurden übrigens nie aufgeklärt und der Täter nie gefasst, obwohl es über zehn Verdächtige gab und unzählige mehr oder weniger wissenschaftlich begründete Theorien und Spekulationen.)

Das Ermittler-Team von „Ripper Street“ besteht aus dem unbestechlichen Inspector Edmund Reid (Matthew Macfadyen) und seinem schlagkräftigen Kollegen Sergeant Drake (Jerome Flynn, der in „Game of Thrones“ Bronn spielte). Unterstützt werden sie von dem Amerikaner Captain Homer Jackson (Adam Rothenberg), einem Gerichtsmediziner und Detektiv, den eine Hass-Liebe-Beziehung mit der Bordellbesitzerin Susan verbindet.
Aber auch Chief Inspector Abberline, der bei den Ripper-Morden ermittelt hat, taucht immer mal wieder auf.

Die Kriminalfälle drehen sich um typische Themen der damaligen Zeit und des Ortes: Arbeiterstreiks, Straßenbanden, die zunehmende Industrialisierung, die Segnungen und Gefahren der Elektrizität, eine Epidemie, Menschenhandel, Opium, politische Verschwörungen (z.B. irische Revolutionäre, unter anderem), finanzielle Krisen (die an die Bankenkrise der letzten Jahre erinnern) und manches mehr bilden den Hintergrund für diese Serie. Hier und da fühlt man sich an Szenen aus den neuen Sherlock Holmes Verfilmungen von Guy Ritchie erinnert, beispielsweise bei einem ziemlich brutalen Boxkampf und was die Ästhetik des Vorspanns betrifft.

Die Serie ist aufgrund ihrer oft blutigen Darstellungen nichts für schwache Nerven. Auch werden hier die Schattenseiten der viktorianischen Ära in düsteren Farben deutlich gezeigt – sei es das Elend der Arbeiterklasse im East End und White Chapel oder auch der damals vorherrschende Rassismus, Sexismus und der politische Imperialismus.

In Nebenhandlungen werden die Leben der Hauptfiguren näher unter die Lupe genommen: Reids Beziehung zu seiner Frau ist schwierig, seit die gemeinsame Tochter bei einem Unfall vor über einem Jahr verschwunden ist. Sergeant Drake verliebt sich unglücklich in eine Prostituierte aus Susans Bordell. Und Homer Jackson wird von seiner amerikanischen Vergangenheit verfolgt.

Außerdem gibt es Konkurrenzkämpfe zur Polizei aus einem anderen Stadtbezirk und ein vollkommen skrupelloser Journalist treibt Reid und seine Leute regelmäßig in den Wahnsinn. Neben Abberline tauchen übrigens weitere historische Persönlichkeiten auf, darunter Joseph Merrick, der „Elefantenmensch“.

Fazit:
Wer Blut sehen kann und Krimis mag, die in der viktorianischen Zeit spielen, wird an dieser Serie mit Sicherheit viel Freude haben.

Ripper Street in der International Movie Database:
http://www.imdb.com/title/tt2183641/?ref_=nv_sr_1