Im Salongespräch: Tales of Nebelheym

Im Salon begrüßen wir heute Tales of Nebelheym, eine junge Band aus dem Stuttgarter Raum, vertreten durch Fabian, der am Bass und Akkordeon sein Werk tut.

Tales of Nebelheym

Fabian, ich habe euch vor nicht ganz zwei Jahren in einer kleinen Taverne in der Nähe von Stuttgart kennengelernt, als ihr für einen Unplugged Auftritt auf einem Fantasy Liverollenspiel gebucht wart. Im Gespräch danach sagtet ihr, daß ihr euch als Steampunkband seht.

Wenn man sich eure CD anhört, und mit anderen Bands aus dem Genre vergleicht, dann erschließt sich das einem nicht sofort. Erzähl mal, warum macht „Tales of Nebelheym“ Steampunkmusik und was denkst du, zeichnet Musik in diesem speziellen Genre eigentlich aus?

Nun, ich denke, Steampunk-Musik im eigentlichen Sinne gibt es nicht. Es gibt Musik, die auf retro-futuristischen Instrumenten (z.B. Theremin) oder zumindest auf Steampunk-getrimmten Instrumenten gemacht wird (z.B: auf umgebauten Gitarren), oder eben Musik, bei der es um Themen und Geschichten aus dem SteamPunk, aus einer Welt des Dampfes und der Mechanik, aber auch der Abenteuer und Romantik geht. Daher gibt es „die“ Steampunk-Musik meiner Meinung nach nicht, wichtig für mich ist, dass mir die Musik gefällt und ich das Gefühl habe, dass derjenige, der sie macht Spaß und Herzblut in die Sache steckt..

Warum Steampunk? Was hat euch an diesem Genre besonders gereizt?

Mich persönlich haben schon immer die Werke von Jules Verne und H.G. Wells gereizt, ebenso aber auch Werke und v.a. Gedichte von Edgar.Allen. Poe und Lord Byron. Diese Abenteuer – und Horrorgeschichten in Verbindung mit einer für uns altertümlich anmutenden Technik, die aber aufgrund einer herausragenden Präzision und Ästhetik trotzdem zu überragenden, unserer heutigen Technik weit überlegenen Leistungen fähig ist übt einen besonderen Faszination aus.

Das heißt, man findet den Steampunk bei euch nicht vordergründig, da ihr nicht von Zahnrädern und Maschinen singt, sondern eher im Gesamtkonzept? Ihr seid eher Jules Verne, als Nicolai Tesla?

Die Atmosphäre des Steampunk spiegelt sich bei uns in der Welt Nebelheym wieder, die sich gerade in der Phase der Industrialisierung mit Entdeckung der Dampfmaschine und dem damit verbundenen Umbruch der Gesellschaft befindet. Nach Eintreffen der sogenannten Fremden mit ihrer großartigen (Dampf-)Technologie liegt in Nebelheym ein Konflikt zwischen zwei großen Parteien, die diese Neuerungen willkommen heißen und regelrecht anbeten oder kategorisch ablehnen vor. Dies ist der Hintergrund, vor dem sich die einzelnen Facetten der „Tales of Nebelheym“ abspielen.

Was bedeutet eine Szene für euch? Es es für euch wichtig, daß man als Teil solcher auch aktiv etwas dazu beträgt, oder reicht es auch, einfach nur zu konsumieren?

Eine Szene zu haben finde ich sehr wichtig, da sich hier Leute mit gleichen Interessen finden und austauschen können. Wie weit dann jeder gehen will, ob er sich aktiv einbringt oder lieber konsumiert, ist natürlich jedem selbst überlassen – wir als Band versuchen, unserem Publikum durch unsere Musik und unsere Auftritte eine Art Lebensgefühl Nebelheyms weiterzugeben.

Ihr schreibt soweit ich das sehen kann alle Songs selbst. Gibt es jemanden, oder etwas, was euch beim schreiben beeinflußt, oder habt ihr eine bestimmte Quelle der Inspiration? Was ist eure Muse?

Genau, wir schreiben alle Songs selbst, sowohl musikalisch als auch textlich, was uns sehr wichtig ist. Musikalisch kann so jeder von uns seine eigenen Vorlieben und Interessen mit einbringen. Inspirationen ziehen wir einerseits aus eigenen Erlebnissen, aber auch aus der Erschaffung der Welt Nebelheym. Wir versuchen, durch unsere Texte dieser Welt Leben einzuhauchen und sie für den Zuhörer lebendig zu machen, ohne sie dabei zu genau zu definieren. Jeder soll die Möglichkeit haben, sich in Nebelheym selbst zu finden – insofern ist sicher Nebelheym unsere Muse.

Bei eurem Auftritt war es sehr auffällig, daß jeder von euch genau wußte, was er mit seinem Instrument anstellen muß und obwohl Tales of Nebelheym noch nicht so lange existiert, hatte man den Eindruck, daß ihr schon lange zusammen Musik macht. Woher kommt das?

Wir sind alle schon etwas länger im „Musikgeschäft“ dabei – wir waren und sind alle in unterschiedlichen Bands aktiv. So kennen Jo und ich uns schon aus der gemeinsamen Zeit bei Coronatus, Teddy ist zusätzlich Sänger bei Daedalous, Malte Gitarrist bei Opus Irae und Matse ist bei Gold, Stone und Silver dabei. Daher haben wir alle schon einige „musikalische Vorbildung“. Abgesehen davon haben wir aber auch das Glück, dass wir einfach auf einer Wellenlänge liegen und es uns erstaunlich leicht fällt, auf Ideen des einzelnen einzugehen und daraus dann einen gemeinsamen Song zu gestalten.

Was sind die „Tales of Nebelheym“? Gibt es dazu eine Geschichte?

Die “ Tales of Nebelheym“ sind sozusagen die Chroniken der Welt Nebelheym – dementsprechend sind wir ihre Chronisten.
Als solche haben wir uns zum Ziel gemacht, Momentaufnahmen aus Nebelheym zu sammeln und niederzuschreiben, um sie mit unseren Zuhörern zu teilen und ihnen somit diese fiktive Welt nahe zu bringen.

In ein paar Wochen wird euer erstes Studio Album „A Wanderers Heart“ das Licht der Ladentheke erblicken. Worum gehts da? Steckt ein Konzept dahinter?

Das Konzept des Albums besteht darin, dass es um die Geschichte des einsamen „Wanderers“ geht, der durch die Welt Nebelheym zieht – daher auch der Titel „A Wanderer’s Heart“.
Die Erlebnisse, Erinnerungen und Gefühle, die der Wanderer auf seiner Reise durchlebt, spiegeln sich in den einelnen Stückn des Albums wieder. Dabei wird mehr und mehr von der Welt Nebelheym offenbart.

Ich habe das Glück sie schon eine zeitlang hören zu dürfen und konnte sie mit der Demo CD vergleichen. Ihr habt mit den neuen Platte gegebenüber dem Demo nochmal einiges zugelegt, was die Arrangements und die Qualität der Aufnahmen angeht. Was war euch für euer erstes großes Album wichtig und ist es so geworden, wie ihr es euch gewünscht habt?

Absolut – uns war es wichtig, dass wir – nach der Demo „Prequel“ – auf jeden Fall gleich ein vollwertiges, sauber produziertes Studioalbum nachlegen – was uns mit der Hilfe von Markus Stock aus der Klangschmiede Studio e auch gelungen ist. Wichtig war uns außerdem, dass es dabei nicht steril wirkt, sondern den Charakter unserer Auftritte einfängt, das Lebendige, was uns als Band ausmacht.

Keiner von euch ist wirklich ein Bühnenneuling und in wenigen Wochen steht eure CD Release Party an. Auch wenn man schon ein alter Hase ist, was Konzerte angeht, sind Release Parties enorm wichtige Meilensteine für eine Band und deshalb immer ganz besondere Konzerte. Was erwartet ihr euch von dem Abend und was macht für euch das perfekte Konzert aus?

Die Releaseparty ist definitiv etwas besonderes für uns. Daher freuen wir uns alle schon sehr auf den Abend und sind auch bereits etwas aufgeregt. Wir erwarten ein tolles Konzert, viele nette Gäste und Freunde (u.a. auch die Musiker von Krayenzeit, die uns an dem Abend musikalisch unterstüzen werden), eine großartige Party und einfach einen absolut gelungenen Abend. Wichtig ist meiner Meinung nach, dass man Spaß hatte, nach dem Auftritt mit sich zufrieden ist und es vor allem auch dem Publikum gefallen hat. Dann ist man auf jeden Fall nah dran am perfekten Konzert.

Was haben wir in Zukunft von Tales of Nebelheym zu erwarten? Gibt es Pläne?

Zu allererst einmal wollen wir natürlich das Album gebührend promoten und das ein oder andere Akustikkonzert spielen, unser Set noch etwas erweitern und ausbauen und versuchen, den Leuten Nebelheym näher zu bringen. In etwas weiterer Ferne steht unser Metalalbum an – wir haben außerhalb des Akustik-Sets noch ein Metalset, das zwar auch in Nebelheym angesiedelt ist, charakterlich aber natürlich eine ganz andere Sparte bedient. In diesem Bereich wollen wir uns ebenfalls weiterentwickeln.
Es wird also definitiv nicht langweilig :-)

Dann danke ich dir für die vielen Antworten und eure feine Musik. Ich wünsche euch auf jeden Fall alles Gute für die Zukunft und eine großartige Releaseparty.

Wer nach dem folgenden Video Lust hat, mehr von Tales of Nebelheym zu sehen und zu hören, dem sei der Internetauftritt der Band ans Herz gelegt.

Für die spontanen Leser, sei zu sagen, daß am Freitag, dem 24.10.2014 um 19:30h ( ja, das ist in knapp 20 Stunden :) ) das CD Release Konzert zu „A Wanderers Heart“ in Ludwigsburg im „Scala“ stattfinden wird.

[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=JpBHc79kPl0[/youtube]