Steampunk auf dem Amphi 2012

Mit einer Woche Verspätung (dank widrigen Aethernetzbedingungen meinerseits) folgt jetzt endlich der Bericht zum Amphi Festival im Tanzbrunnen Köln. Wie der Clockworker bereits angekündigt hatte, waren am Wochenende des 21. Und 22. Julis einige hochkarätige Künstler zu sehen und vor allem zu hören!

Auf einer großen Außenbühne und einer kleineren Innenbühnen gaben sich Größen wie Sisters of Mercy, Eisbrecher, And One und andere das Mikro in die Hand und machten ordentlich Stimmung beim zahlreich angereisten Publikum. Das Wetter spielte zum Glück auch mit und so konnten die beiden Tage bei herrlichsten Sonnenschein verbracht werden, das war man nach den verregneten Wochen zuvor gar nicht mehr richtig gewohnt und so fanden die schirmartigen Dächer des Tanzbrunnens als Sonnenschutz breiten Zuspruch und auch die nebenanliegende Strandbar war gut besucht.  Besonders gut gefallen hat mir in diesem Zusammenhang auch die kostenlose Trinkwasserstelle, an der man jederzeit kühles Nass bekommen konnte, was in der heraufziehenden Hitze wirklich sehr gut war.

Neben verschiedenen Musikakts bot das Amphi noch ein buntes Rahmenprogramm sowie diverse Marktstände im Innen- und Außenbereich. Dort habe ich mich dann auch als erstes in Sachen Steampunk umgeschaut und wurde nicht enttäuscht. Außer den üblichen Gothic- und Szeneständen (X-tra-x war u.a. Hauptsponsor) fand ich im Außenbereich den Stand von Atelier Tausendschön. Dort zu finden: Steampunkschmuck und Accessoires in Messing und Altgold; Broschen, Taschenuhren, Haarreife, Ohrringe etc.

Atelier Tausendschön

Das sonstige Angebot an Ständen hatte da eher zufällig oder nur am Rande Steampunktaugliches und besonders in Sachen Kleidung hatte ich da mehr den Eindruck, man wäre nach der Devise „Just glue some gears on it“ gegangen.

Just glue some gears on it?

Glücklicherweise taten die anwesenden Steampunks das nicht! Neben einigen (mir) bekannten Gesichtern waren doch einige, wenn auch wenige Steampunker auf dem Festivalgelände unterwegs, die vor allem durch aufwändige, teils selbstgefertigte Outfits auffielen. Leider habe ich viel zu wenige ablichten können.

Die Horlogos
Die Horlogos
Miss Gia LaFae
Miss Gia LaFae
Miss Nachfalter
Miss Nachfalter

Nun ist das Amphi ja immer noch ein Musikfestival, aber Steampunk-Musik ist ein umstrittenes Thema. Trotzdem möchte ich an dieser Stelle auf eine meiner Meinung nach sehr zu Steampunk passende Band eingehen: Coppelius (die allein schon ein Grund für mich waren zum Amphi zu fahren). Die fünf Herren mit ihrem Diener sind wohl eine sehr ausgefallene Band, die mit Cello, Kontrabass und Klarinette in Gehrock gekleidet einen einzigartigen Sound auf die Bühne bringen. Die Ästhetik und auch die Themen der Songs passen, wie ich finde, sehr schön ins Steampunk-Universum, auch wenn die Herren selbst sich in dieser Hinsicht noch nicht geäußert haben.

Coppelius live on stage - Bild von dark-pictures.org
Coppelius live on stage - Bild von dark-pictures.org
Graf Lindorf - Bild von dark-pictures.org
Graf Lindorf - Bild von dark-pictures.org
Nobusama - Bild von dark-pictures.org
Nobusama - Bild von dark-pictures.org

Ebenfalls erwähnenswert ist auch eine Fanaktion (an der meiner einer nicht ganz unbeteiligt war), die in dieser Art wohl einzigartig ist. Ein wenig Aufklärung im Vorfeld: Bei den Herren Coppelius wird nicht, wie sonst üblich mit „Zugabe“-Rufen um Verlängerung des Konzertes gebeten, sondern mit „Da capo“ – „Noch einmal“, wie man es in Partituren findet. Um diesem Wunsch besonderen Ausdruck zu verleihen hatten sich einige Damen eben diesen Spruch auf Bloomers (viktorianische Damenunterwäsche) geschrieben und hielten diese gegen Ende des Konzertes hoch.

Dacapo - Bild: dark-pictures.org

Alles in allem war das diesjährige Amphi eines der schönsten Festivals, die ich seit langem erleben durfte: Entspannte Atmosphäre, tolle Musikakts, breites Programm, viele nette Leute und ein geniales Festivalgelände (was außerdem unglaublich sauber war!).  Auch wenn es Steampunkmäßig noch nicht so unglaublich viel hergibt, ist es doch durchaus lohnenswert sich das Ganze einmal anzuschauen! Passenderweise flog gegen Ende auch noch ein Luftschiff über das Gelände, auch wenn die Aufmachung vielleicht nicht ganz perfekt war, war es doch ein krönender Abschluss meiner Suche nach Steampunk auf dem Amphi.

Hochachtungsvoll

AyraLeona mit freundlicher Unterstützung von Miss Anna, die kurzfristig für die erkrankte Miss Clapham eingesprungen war, vielen Dank auch an Jesko von dark-pictures.org für die Nutzungserlaubnis seiner Bilder, für mehr Festivaleindrücke empfehle ich den Besuch seiner Homepage!

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