Der große Teeraub von 1848

Im Jahr 1848 entsandte die British East India Company den jungen Botaniker Robert Fortune nach China. Hinter seinem Auftrag stand kein biologisches Interesse, sondern rein wirtschaftliche Interessen. Bisher musste schwarzer und grüner Tee teuer aus China importiert werden, da nur die Chinesen den komplizierten Prozess der Tee-Herstellung kannten. Die British East India Company hätte es deutlich lieber gesehen, nur die Teeblätter einkaufen zu müssen und nicht auch noch den Herstellungsprozess. Mit diesem Auftrag macht sich Fortune zusammen mit seinem chinesischen Führer Wang auf in die chinesische Teeregion, um das Geheimnis der Teeherstellung aus den Händen Chinas zu entreißen.
Dies gelang ihm auch, aber neben der Entdeckung des Fermentierungsprozesses, fand er auch noch etwas anderes heraus. China betrog das Empire und noch viel schlimmer: Es „vergiftete“ Großbritannien, langsam, stetig und unabsichtlich.
Schon damals galt: Das Auge isst mit (in diesem Fall „trinkt mit“) und so wurde der Tee für die Engländer noch etwas farbiger gemacht. Der Farbstoff: „Prussian Blue“, welcher Zyanid enthält.

Ein spannender Artikel des Smithonian: The Great British Tea Heist