Rezension: Erasmus Emmerich und die Maskerade der Madame Mallarmé

Dieser Steamfantasy-Krimi von Katharina F. Bode entführt uns in das Berlin des Reichskanzlers Bismarck (eine genaue Jahreszahl wird nicht genannt, daher kann hier der Zeitraum 1871 – 1890 vermutet werden).  Hier gibt es allerhand technische Erfindungen, die es so nicht gab, z.B. den sogenannten „Klangkugelkommunikator“. Und auch einige Viertel der Stadt haben andere Namen, z.B. das Geisterviertel oder das Erfinderviertel.

Und so ist auch die Titelfigur Erasmus Emmerich nicht nur ein Detektiv, sondern auch Erfinder. An seiner Seite ermittelt die Fee Marie, welche seit einem Unfall beständig Rauch absondert – und sich auch in solchen auflösen kann. Seitdem wird sie auch „Qualmfee“ genannt. Das Buchcover (Illustration von Martin Knipp) zeigt anschaulich, wie dies aussieht.

copyright: artskript Phantastik Verlag
copyright: artskript Phantastik Verlag

Zunächst bietet das Buch einen Einstieg mit zwei Kurzgeschichten über Erasmus und Marie (die auch in zwei Anthologien des Verlags vertreten sind). Es empfiehlt, diese beiden als Vorgeschichten zu verstehen und zu lesen, da hier einiges erklärt wird, was dann im eigentlichen Roman weitergeführt wird.

Als in Berlin mehrere Trolle ermordet werden und es der Polizei nicht gelingt, den Täter zu fassen, werden Emmerich und die Qualmfee hinzugezogen. Wenig später taucht die verschleierte Madame Mallarmé auf und stiftet reichlich Verwirrung. Sogar Marie gerät bald unter Verdacht. Aber vielleicht lassen sich auf dem U-Boot-Wal „Wobbly Dick“ einige Antworten finden…

Wer einen ernsten, dramatischen Krimi lesen möchte, sollte lieber zu anderen Büchern greifen. Wer dagegen Freude hat an skurrilen Charakteren, schrägen Einfälle, witzigen Dialogen, Liebe zum Detail und allerlei Anspielungen (so wie etwa „Wobbly Dick“ natürlich nach Moby Dick benannt wurde), für den ist dieser kurzweilige Roman, der sich leicht und unterhaltsam lesen lässt, genau richtig.

Das originelle Ermittlerduo wird übrigens ergänzt durch einen sprechenden, ziemlich gewitzten Zinnsoldaten, dessen Hintergrund in einer der vorangestellten Kurzgeschichten dargestellt wird.
Außerdem sei noch erwähnt, dass der Roman durch einige passend gestaltete Illustrationen und Verzierungen ergänzt wurde, was ihn auch optisch sehr ansprechend macht.

Die Verlagsseite des Romans.