Pressure – Mit Volldampf über den Rennstrecke

Die Privatisierung des Wasser ist Thema der Tagespolitik, was für eine Folge dieser Schritt haben könnte, zeigt das Spiel Pressure sehr drastisch. Ein Adliger will sein Spa ausbauen und klaut daher den Bewohnern der kleinen Pressure-Welt das ganze Wasser. Die Hintergrundgeschichte zu Pressure ist völlig surreal und wahnsinnig, was aber genau zum Spiel passt, denn das ist auch die Stimmung des Spiels. Es geht nicht um eine epische Queste mit moralischen Entscheidungspunkten im Laufe des Spiels, sondern um reine Action, bei der die Hintergrundgeschichte nur das Setting klärt.

Pressure wird als Rennspiel verkauft ist aber eigentlich ein Top-Down-Shooter. Man steuert sein Gefährt über die Rennbahn und feuert dabei aus allen Rohren, um die üblen Minions des Grafen ins Nirvana zu blasen. Das heftige Dauerfeuer auf alles was sich bewegt ist auch unbedingt notwendig, denn sonst fällt die „Pressure“ im eigenen Kessel ab und das Rennen ist beendet, bevor unser Held sein Ziel erreicht hat. Dabei geht es bunt, hektisch und übertrieben zu, was durch den Cartoon-Grafikstil wunderbar unterstrichen wird. An jeder Stelle des Bildschirms passiert etwas, was manchmal auch etwas zu viel sein kann und man die dringend benötigte Kontrolle sucht, um sie dann doch nicht rechtzeitig zu finden. Optisch befinden wir uns in einer Steampunkwelt, die Fahrzeuge sind aufgemotzte Oldtimer, die Gegner Maschinen aus den Laboren eines Dr Mabuse.

Nach geschlagener Schlacht (aka Ende der Runde) geht es in die heimische Werkstatt, wo der eigene Buggy mit den neuesten Errungenschaften der Zerstörungstechnologie weiter ausgebaut werden kann. Natürlich ist auch unser böser Adliger nicht untätig und rüstet auch seine Minions immer weiter auf, um sie am Ende zu stattlichen Bossen werden zu lassen, an denen man sich die Zahnräder ausbeißen kann. Von diesen Minions hat der gute Herr eine große Auswahl und es werden immer neue Gegner mit neuen Fähigkeiten gegen unseren Helden ins Feld geschickt. Wechselnden Rennstrecken, unterschiedliche Gegner, neue Bewaffnung des eigenen Fahrzeugs: Das ist die Rezeptur, dass Pressure auch auf längere Sicht nicht langweilig wird und man immer wieder etwas Neues entdeckt.

Man muss sich auch nicht alleine dem Gegner stellen, sondern kann gemeinsam mit einem Freund sich auf die Jagd nach dem Bösewicht machen. Dabei unterstützt man sich nicht nur mit gemeinschaftlicher Feuerkraft, sondern kann auch dem Partner die dringend benötigte Pressure teilen und ihn so wieder flott machen. Der CoOp-Modus ist sowohl im LAN, als auch Online möglich.

Fazit: 

Ich hatte diese Art von Spiel schon fast vergessen geglaubt. Der Trend geht zu immer größeren Storylines und komplexeren Spielerlebnissen, was eine schöne Sache ist. Aber manchmal möchte man sich eben auch für eine halbe Stunde vor den Monitor setzen und zocken – ohne Vorher die MisssionLogs der Aliens von Aldebaran III auswendig zu können. Genau diese Sehnsucht erfüllt Pressure perfekt. Gut, das mit der halben Stunde klappt nicht immer und man will nur noch eben noch schnell eine weitere Runde fahren, aber das ist eine Auszeichnung, denn ein Kritikpunkt. Mit einem Preis von 15 EUR und einer Demo auf der Webseite besteht auch keinerlei Risiko, man bekommt eine Menge Spaß für kleines Geld. Wer einfach mal wieder eine Runde zocken möchte, dem sei Pressure wärmstens ans Herz gelegt.

Pressure stammt aus dem Hause Chasing Carrots, einer kleinen, aber feinen Softwareschmiede aus Stuttgart. Es ist für knapp 15 EUR im Handel, wie auch auf Steam erhältlich.

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